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    Assistenzsysteme retten Leben – wie gut kennen Sie Ihren Lkw?

    Im Zuge des technischen Fortschritts werden immer mehr Fahrerassistenzsysteme für Lkw Pflicht. Sie minimieren das Risiko im Straßenverkehr für Sie als Fahrer und für andere Verkehrsteilnehmer. Prädikative Fahrerassistenzsysteme können durch Sensortechnik und Berechnungen Unfälle verhindern. Allerdings sind nicht alle Lkw mit diesen Systemen versehen. Manche von ihnen werden auch kritisiert, weil sie theoretisch besser funktionieren als in der Praxis.

    Die gängigen Fahrerassistenzsysteme in der Übersicht

    Abbiegeassistenten: Sensoren prüfen die ganze Seite des Lkw sowie eine Fahrspurbreite daneben. Wenn sich in diesem Bereich etwas oder jemand bewegt, bekommt der Fahrer ein Lichtsignal. Besteht akute Unfallgefahr, ertönt ein akustisches Signal. Greifen Sie als Fahrer nicht rasch genug ein, können manche der Systeme auch selbstständig bremsen. Dieses Fahrerassistenzsystem ist nicht nur an Kreuzungen hilfreich, sondern auch und gerade auf der Autobahn beim Spurwechsel.

    Abstandsregeltempomat: Dieses Fahrassistenzsystem misst mittels Frontkamera den Abstand zum Vordermann und passt die Geschwindigkeit des Lkw automatisch so an, dass der vorgeschriebene Abstand beibehalten wird.

    ABS: Das Antiblockiersystem gehört schon lange zum Alltag. Es sorgt dafür, dass beim Bremsen die Reifen nicht blockieren. So bleibt das Fahrzeug auch während der Bremsung lenkbar.

    Arbeitsscheinwerfer: Speziell auf dunklen Parkplätzen oder schlecht ausgeleuchteten Ladeplätzen kann das Rangieren unübersichtlich sein. Hier schaffen die zusätzlichen Arbeitsscheinwerfer Abhilfe: Mit ihnen können Sie die entsprechenden Räume sorgfältig ausleuchten.

    ESP: Auch das Elektronische Stabilitätsprogramm ist seit 2014 Vorschrift in Lkw. Mittels gezielten Bremsens einzelner Räder verhindert es, dass der Lkw bei Über- oder Untersteuerung in einer Kurve ins Schleudern gerät.

    Geschwindigkeitsbegrenzung beim Rückwärtsfahren: Das System begrenzt die mögliche Geschwindigkeit beim Rückwärtsfahren auf 9 km/h. So haben Sie als Fahrer genügend Muße, den richtigen Einschlagwinkel zu finden.

    Kamerasystem für tote Winkel: Es gibt eine ganze Reihe toter Winkel beim Lkw, die Sie als Fahrer nicht einsehen können. Das Kamerasystem filmt alle diese Winkel mit Kameras vorne, hinten und an beiden Seiten des Lkw. Je nachdem, wohin Sie gerade fahren, wird Ihnen das Bild der passenden Kamera auf einem Display angezeigt.

    Lichtsensor: Er nimmt die Lichtverhältnisse wahr und passt die Scheinwerfer des Lkw automatisch an.

    Notbremsassistent: In allen Lkw, die seit 2015 produziert werden, ist dieses Fahrassistenzsystem bereits Pflicht. Der Notbremsassistent berechnet laufend die Geschwindigkeit und den Abstand zu den anderen Verkehrsteilnehmern. Bei zu hoher Geschwindigkeit und zu geringem Abstand warnt es den Fahrer mit optischen und akustischen Signalen. Falls nötig, kann das System selbst eine Notbremsung veranlassen.

    Spurhalteassistent: Seit 2015 findet er sich in Deutschland in jedem Lkw – der Spurhalteassistent überprüft mittels Frontkamera, ob sich der Lkw in der Spur befindet. Verlassen Sie die Spur, ohne den Blinker gesetzt zu haben oder zu bremsen, warnt Sie ein akustisches Signal. Manche der Fahrassistenzsysteme können auch in den Lenkungsvorgang eingreifen. Das kann Unfälle bei Sekundenschlaf verhindern.

    Regensensor: Beginnt es zu regnen, schalten sich die Scheibenwischer automatisch in der passenden Intensität ein.

    Rückfahrassistent: Das Rückwärtsfahren ist beim Lkw nicht ganz unkompliziert. Eine Heckkamera erleichtert Ihnen diese Aufgabe, und ein Piepton warnt Sie vor einer möglichen Kollision.

    Fahrassistenzsysteme sind nicht uneingeschränkt nützlich

    Während manches Fahrassistenzsystem eher nett als notwendig ist – etwa der Regen- oder der Lichtsensor –, können gerade prädikative Fahrassistenzsysteme im Ernstfall Leben retten. Dennoch kommt es immer wieder vor, dass Lkw-Fahrer sie ausschalten. Das liegt vor allem daran, dass sie in vielen Verkehrssituationen eher schädlich als nützlich sind: Der Spurhalteassistent versteht zum Beispiel nicht, warum der Lkw in einer Baustelle nicht in der vorgegebenen Spur bleiben will, und piept unablässig. Auch der Abstandsregeltempomat kann hinderlich sein – etwa, wenn Sie überholen möchten. Außerdem nutzen viele Lkw den Windschatten ihrer Vordermänner, um Sprit zu sparen. Das erlaubt der Abstandsregeltempomat ebenfalls nicht.

    Fazit: Fahrassistenzsysteme sind nicht fehlerfrei, aber notwendig

    Der Verkehr auf den Autobahnen, den Landstraßen und in den Städten nimmt immer weiter zu. Es ist schwierig, allein immer den Überblick zu behalten. Daher können die Fahrerassistenzsysteme tatsächlich Leben retten. Bei vielen Unfällen mit Lkw zeigt sich, dass die rettenden Systeme ausgeschaltet waren. Daher sind für diesen Fall empfindliche Bußgelder geplant.

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